Gedankensprünge: Parabel über das Ertrinken

Zehn Personen stehen an einem lauen Herbstabend am Fluss und geniessen die Abendstimmung. Es kommt etwas Unruhe auf, als der jüngste von ihnen äussert, Hilferufe zu hören. Ihm wird die übliche Panikmache unterstellt, er solle nicht immer die Stimmung verderben. Einige Minuten später, die Rufe sind lauter geworden, behauptet auch ein zweiter, sie wahrzunehmen. Nach geraumer Zeit, die Rufe sind inzwischen so eindringlich geworden, dass die meisten das Gefühl bekommen, etwas tun zu müssen: „Da scheint wirklich jemand zu ertrinken, wir sollten helfen!“ Zwei der Anwesenden denken daran, ein Floß zu bauen. Drei andere verwerfen die Idee als zu teuer, und, man könnte dabei auch nasse Füsse bekommen. Man einigt sich darauf, ein paar Balken in den Fluss zu werfen: Er könnte sich schon selbst helfen, es würden sich sicherlich auch findige Menschen daran machen, aus diesen Hilsmitteln etwas Neues zur Rettung zu entwickeln. Das findet einer der Anwesenden als perfekte Verschwendung: der Ertrinkende bräuchte doch nur seine Schwimmtechnik zu verbessern, um sich zu retten. Zwei der Anwesenden, stark sehbehindert, behaupten, dass hier niemand ertrinken könne, da sie keinen Fluss sähen.

In den asozialen Medien, hier Facebook, lese ich, dass der erste, der aufmerksam wurde, den Ertrinkenden in den Fluss gestoßen haben soll. Gepostet von denen, die den Fluss gar nicht sehen wollten. Er sei auch Schuld daran, dass das Holz für Balken knapp und teuer geworden sei. Ausserdem sei er auch verantwortlich dafür, dass der Fluss ausgetrocknet sei.

Autor: fuerfreiheitkaempfen

Seit 1975 bin ich Mitglied bei amnesty international. Im September 2017 habe ich mit dem Fahrrad den Mont Ventoux erklommen und dies mit einer Spendenaktion für amnesty international verbunden. In diesem Jahr werde ich Deutschland mit dem Fahrrad durchqueren und bitte wieder um Spenden an AI. Meinen Blog werde ich weiterführen als Dankeschön.

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